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Aktuelle Termine

 

Neu! Montag, 17.06. 2019, 19:30 Uhr: Lesung „Der Vollstrecker“

Von Roland Ernst, gelesen von Sabin Tambrea: Johann Reichhart ist eine Nebenfigur in der deutschen Geschichte, aber die Geschichte besteht aus vielen, eher randständigen Biografien, die ihren Lauf mitbestimmen. Ohne die vielen Namenlosen wäre sie unmöglich. Reichhart machte keine Geschichte – er nahm an ihr teil – als Diener dreier verschiedener Systeme, die jeweils das Vorgängersystem vernichteten. Die Weimarer Republik wurde durch das 'Dritte Reich' und das „Dritte Reich“ durch die alliierten Besatzungsmächte hinweggefegt. Johann Reichhart war in allen Systemen ihr Henker, eine Vollzugsmacht für alle Mächte. Er richtete nicht nur Mörder und Serienkiller wie Johann Eichhorn und Paul Ogorzow, den Berliner S-Bahn-Mörder, hin, sondern auch Menschen, die für eine andere Entwicklung Deutschlands und der Welt nötig gewesen wären. Er war der Henker der Geschwister Hans und Sophie Scholl sowie anderer Mitglieder der Widerstandsbewegung „Die weiße Rose“. Das Berliner Ehepaar Hampel Vorbild für das Ehepaar Quangel in Hans Falladas Roman „Jeder stirbt für sich allein“ starb ebenfalls unter Johann Reichharts Fallbeil. Später köpfte er aber auch jene, die für den Terror gestanden hatten: KZ-Personal und andere Nazigrößen. Johann Reichhart war stets Henker im Auftrag des Staates, er richtete im Namen des deutschen Volkes. Die Biografie des Vollstreckers ist daher eng verbunden mit der Geschichte der Todesstrafe in unserem Land. Wie ist hier die Frage nach der Verantwortlichkeit zu stellen? Wie hat sie Reichhart selbst gesehen? Roland Ernst wurde 1967 in Westerstede in Niedersachsen geboren. Als Kind wollte er Kriegsberichterstatter werden, studierte später aber Geschichte und Psychologie und arbeitete als Autor, Texter, Ghostwriter und heute als psychologischer Coach, insbesondere für gesellschaftliche Randgruppen. In zahlreichen Publikationen wie z.B. der Frankfurter Allgemeine Zeitung, Jüdische Allgemeine, Welt am Sonntag, Legal Tribune online veröffentlichte er zu Themen wie Geschichte, Zeitgeschehen, Film, Design, Literatur u.a. zum Thema Todesstrafe referierte er als Gastdozent an der Georg-August-Universität Göttingen. Auf Basis vieler bislang unveröffentlichter Dokumente und Akten entstand 'Der Vollstrecker. Johann Reichhart. Bayerns letzter Henker', ein vielschichtiges psychologisches Porträt. Sabin Tambrea wurde 1984 in Rumänien geboren und übersiedelte als Zweijähriger mit seinen Eltern nach Deutschland. Er wuchs in Hagen auf und studierte später an der Schauspielschule Ernst Busch in Berlin. Am Berliner Ensemble spielte er bis 2018 große Rollen unter herausragenden Regisseuren wie Robert Wilson und Claus Peymann. Dank seines außergewöhnlichen Talents ist Sabin Tambrea mittlerweile einer der gefragtesten Schauspieler Deutschlands. Große Popularität erlangte er durch die Darstellung des Joachim Franck in „Ku'damm 56“ und „Ku'damm 59“. 2019 bekam er mit der HBO-Serie „Hackerville“ den renommierten Grimme-Preis verliehen. In diesem Frühjahr stand Sabin Tambrea für die 3. Staffel von „Babylon Berlin“ vor der Kamera. Lesung & Gespräch, Eintritt frei, Nicolaische Buchhandlung, Rheinstraße 65, 12159 Berlin

 

Neu! Mittwoch, 19.06. 2019, 19:30 Uhr: Schreibwerkstatt

„Ich will mein Buch schreiben!“ Mit Stift und Papier, der Schreibworkshop in Ihrem Kiez! Wenn Sie bisher in die Buchhandlung gekommen sind, um Lesestoff zu kaufen und in die Geschichten Anderer einzutauchen, haben Sie nun die Gelegenheit, selbst zu schreiben. Die Berliner Schriftstellerin Wiebke Eden zeigt Ihnen, wie Sie mit einfachen kreativen Techniken ihre Phantasie beflügeln und in Schreibfluss geraten. Dabei wird die Nicolaische selbst eine besondere Inspirationsquelle sein. Nicht umsonst zählen Buchhandlungen zu den Orten, an denen sich Schriftsteller*innen am liebsten aufhalten. Der Schreibworkshop richtet sich an Menschen, die immer schon mal schreiben wollten oder schon geschrieben haben und auf der Suche nach neuen Ideen sind. An diesem Abend verfassen Sie eigene kleine Texte oder Textanfänge für Geschichten und erhalten Anregungen für zu Hause. Außerdem wird Ihnen die Schriftstellerin aus ihrem eigenen Leben am Schreibtisch erzählen. Wiebke Eden, geboren 1968, hat zunächst als Journalistin gearbeitet, bevor sie anfing, Romane zu schreiben. 2008 erschien im Arche-Verlag ihr Debüt „Die Zeit der roten Früchte“. 2018 kam im Bübül Verlag Berlin „Die Schatten eines Jahres“ heraus. Sie veröffentlichte Erzählungen, darüber hinaus Texte in Anthologien. Seit Längerem gibt sie Schreibwerkstätten für Kinder und Erwachsene. Da es auch für sie neben dem Schreiben nichts Schöneres gibt, als unter Büchern zu sein, arbeitet sie seit zwei Jahren in der Nicolaischen Buchhandlung. Teilnahme: 10.- Euro, Nicolaische Buchhandlung, Rheinstraße 65, 12159 Berlin

 

Patienteninformationsabende im Auguste-Viktoria- und im Wenckebach-Klinikum, Januar bis Ende Juni 2019

Veranstaltungsorte:
AVK: donnerstags in der Zeit von 18.30 – 20.00 Uhr, Haus 35, 1. Etage, großer Konferenzraum, Rubensstr. 125, 12157 Berlin
WBK: donnerstags in der Zeit von 18.30 – 20.00 Uhr, Haus 1, 1. Etage, Raum 104, Wenckebachstr. 23, 12099 Berlin

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich (bitte beachten Sie aber die Hinweise bei den einzelnen Terminen).

20.06.2019, 18.30 – 20.00 Uhr: Gelenkverschleiß – welches Implantat für wen?
Dr. Heiko Spank Chefarzt der Klinik für Spezielle Orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie, Zertifiziertes EndoProthetik-Zentrum der Maximalversorgung (EPZ-Max), AVK; Veranstaltungsort: AVK

27.06.2019, 18.30 – 20.00 Uhr: Bluthochdruck tut doch nicht weh – warum daher behandeln?
Prof. Dr. Helmut Schühlen, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin – Kardiologie, Diabetologie und konservative Intensivmedizin, Zertifiziertes Zentrum zur Behandlung von Typ 1 und Typ 2 Diabetikern, AVK; Veranstaltungsort: AVK

 

 

Der besondere Tipp: Stadt im Ohr präsentiert: Wo die Zeit ihre Eile verliert

Hörspaziergang Friedenau: „In dieser ehemaligen Landgemeinde kroch der Berlinale-Bär aus seiner Höhle. Revolutionäre ersannen Süßspeisenrezepte zur Weltveränderung. Zu Ehren des Kaisers probten Männer unter Kastanien den Aufschwung am Reck. In einem zugigen Dachgeschoss begann die Karriere der ersten deutschen Boygroup, die den Herrschenden bald nicht deutsch genug war. Hier schrieben sich Romanciers in den literarischen Olymp... Der akustische Spaziergang bringt Vergangenheit und Gegenwart eines von Künstlern geprägten Viertels zum Klingen. Er spielt mit Fakten und Fiktion, verwebt Originaltöne, ortsbezogene Musik und detailreiche Geschichten.Start und Ausleihstation ist der Süßkramdealer, Varziner Straße 4 (S-Ring/U9 Bundesplatz). Weitere Informationen zu diesem und den anderen Hörspaziergängen von Stadt im Ohr finden Sie hier...

 

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