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Theodor Heuss und Elly Heuss-Knapp

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In ihren Briefen scheint manchmal ein Stück Friedenau hindurch:

„Am Montag Wohnungssuche .... Am nächsten Tag ging der Theodor auch mit, und nun haben wir sie gemietet. Erster Stock, sechs Zimmer, Warmwasserversorgung und Heizung, kein Gegenüber, Bäume vor dem Haus, freier Blick auf das Rathaus Friedenau und davor ein kleiner Markt ( zweimal in der Woche), hinten hinaus ein sehr weiter Hof mit etwas Rasen und Büschen. Sehr sonnig. Warmwasser sogar im Schlafzimmer, elektrisches Licht etc., vorn Balkon an meinem Stübchen (das jetzt aber eine gute Stube wird) und einer hinten am Lulu-Schlafzimmer. Die Wohnung ist frei, wir können im März alles herrichten und einziehen.“ (06.12.1917)

„Ich lebe so still und häuslich, genieße das grüngoldene Sonnenlicht, das die hohen Bäume vor unseren Fenstern schenken, und merke nichts von Berlin.“ (13.06.1919)

„Das Leben ist hier in den letzten sechs Wochen um ein Drittel teurer geworden ... Wir gehen mit dem Gedanken des Zimmervermietens um, wenn nicht eine neue Einnahmequelle sich öffnet ...“ (03.07.1920)

„Der Gedanke der ‚Nachbarschaftshilfe‘ wird jetzt in jedes Haus gebracht, in den Mieterversammlungen, wo seither nur  über Kohlenbeschaffung und Müllabfuhr geredet wurde, wird sie organisiert. Unser Nachbarhaus hier erhält ein altes Ehepaar vollständig durch freiwilliges Abgeben von Essen.“ (29.11. 1923)

In der Zeit der Hitlerdiktatur arbeitete Theodor Heuss – gelernter Politikwissenschaftler und Journalist – wie schon in seinen beruflichen Anfangsjahren als Redakteur für verschiedene Zeitungen, erhielt 1942 Berufsverbot, arbeitete jedoch weiter unter Pseudonymen. Nach 1945 ernannte ihn die amerikanische Militärregierung zum Kultusminister in Württemberg-Baden, später gehörte er weiter dort dem Landtag an. 1948 wurde er Vorsitzender  der  neu gegründeten FDP und 1949 zum Bundespräsidenten gewählt. Ein Amt, das er bis 1959 innehatte.

Seine Frau Elly gründete 1950 das Müttergenesungswerk. Sie starb 1952, Theodor Heuss 1963. Beide liegen in ihrer Heimat in Stuttgart auf dem Waldfriedhof begraben.

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