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Der Spielplatz "Kleiner König"

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Der Kleinkinderspielplatz mit dem Kleinen König aus dem Sandmännchen in der Baumeisterstraße am S-Bahnhof Friedenau

 

Gesamtansicht des Kleinkinderspielplatzes Kleiner könig

 

Ein Beitrag von Sandra Freidank

Mitten im Friedenauer Kìez ist 2008 ein neuer Spielplatz für Kleinkinder nach dem Entwurf der Berliner Landschaftsplanerin Sandra Freidank entstanden. Direkt am S-Bahnhof Friedenau in der Baumeisterstraße Ecke Sponholzstraße ist der nur 300 m² kleine Spielplatz für Kleinkinder in der Altersgruppe bis sechs Jahre zu finden. Die Neuerrichtung eines Kleinkinderspielplatzes war erforderlich, da in diesem Gebiet nach dem Spielplatzversorgungsplan keine optimale Versorgung für Kleinkinder vorliegt. Das Besondere daran: Es wurde ein Spielplatz mit dem Motiv des „Kleinen Königs“ aus dem Sandmännchen gebaut. Zum 10. Geburtstag vom „Kleinen König“ wurde der Spielplatz im Frühjahr 2008 eröffnet.

Warum dort ein Spielplatz gebaut wurde

Das Gelände am S-Bhf. Friedenau Ende der Fünfziger Jahre

 

Schon aus der Historie heraus war der Platz für eine Spielplatzgestaltung prädestiniert. Denn der nordöstliche Bereich jenseits der historischen Mauer war bereits in den fünfziger Jahren eine Spielplatzfläche, allerdings nur in Form eines Buddelkastens.

Das Grundstück hinter der historischen Mauer war früher bebaut mit einer Gaststätte und einem Kegelbahngebäude und gehörte zu der alten Friedenauer Bahnhofshalle, die nach ihrer Funktion als Bahnhofshalle unter anderen auch als gastronomische Einrichtung diente. Zeitweise wurde das

Grundstück nach dem zweiten Weltkrieg als PKW-Garagenfläche und die alte Bahnhofshalle als Tischlerei genutzt, anschließend lag das Gelänge brach ohne weitere Nutzung.

Durch die Unterversorgung mit Kleinkinderspielplätzen nach dem Spielplatzversorgungsplan und die Ausweisung des Grundstücks im Bebauungsplan als Kinderspielplatzfläche hat das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg als Grundstückseigentümer beschlossen, hier einen Spielplatz für Kleinkinder zu realisieren.


 

 

Warum „Der Kleine König“ als Motiv verwendet wurde

Der Kleine König

 

Sandra Freidank wurde von dem Bezirksamt mit der Planung des Spielplatzes beauftragt. Die Landschaftsplanerin entwickelte die Idee, den Spielplatz mit dem Motiv des „Kleinen König“ zu bebauen. Diese Figur ist den Kindern aus dem Sandmännchen bekannt, immer wieder läuft eine Geschichte mit dem „Kleinen König“ im Fernsehen. Die Landschaftsplanerin kannte die Figur selbst aus dem Sandmännchen und war fest davon überzeugt, dass ein Spielplatz mit dem Kleinen König bei den Kindern ganz groß ankommen wird. Es bedurfte nicht vieler Überzeugungsarbeit, alle Beteiligten davon zu begeistern; Andreas und Hedwig Munck, die „Eltern“ des Kleinen Königs, das Bezirksamt als Bauherrn und auch die Firma SIK-Holzgestaltungs GmbH, welche die Spielgeräte herstellen sollte.

Von der ersten Idee ging es weiter zur konkreten Planung. In enger Abstimmung mit der Firma SIK-Holz wurden die einzelnen Spielgeräte auf dem Papier entwickelt, und so wuchs relativ schnell der Entwurf des Spielplatzes. Der Kleine König lebt in seinem
Schloss mit Schlossgarten und hat viele gute Freunde um sich herum: Das Pferd „Grete“, die kleine Prinzessin, der Hund „Wuff“, die Katze „Tiger“, das Eichhörnchen „Buschel“, der Vogel „Pieps“, sein Stofftier „Teddy“ und das Quietsche-Entchen „Entchen“. Das ist die Grundlage zu dem Spielplatz. Dabei werden die Geräte an die Geschichte „Alles Gute zum Geburtstag“ angelehnt. In dieser Geschichte hat das Pferd Grete Geburtstag. Da der Kleine König eigentlich immer gern im Mittelpunkt stehen möchte, missfällt es ihm, dass sich an diesem Tag alles um Grete dreht. Da hat er eine Idee: Er baut aus den Geschenkkartons von Grete eine Kisteneisenbahn, setzt sich in die Lokomotive als Schaffner hinein und fordert alle Freunde auf, mit ihm mitzufahren. Mit dieser Geschichte gelingt die Verbindung zu dem eigentlich geforderten Thema „Eisenbahn“ in Anlehnung an die unmittelbar angrenzende Bahntrasse.

 


 

 

Der Spielplatz teilt sich in zwei Sandspielbereiche, die mit kleinkindgerechten Spielgeräten bestückt sind. Dabei wurde in der Planung vor allem darauf Wert gelegt, dass die vier Die Prinzessin des Kleinen Königswichtigsten Spielarten für Kleinkinder angeboten werden: Schaukeln, Rutschen, Wippen und Sandspiel. Die Figur des Kleinen Königs und seine Freunde sind als Skulpturen in die Spielgeräte integriert. Hier steht die Kisteneisenbahn aus der Geschichte „Alles Gute zum Geburtstag“ mit einer breiten Rutsche, die Hängematte wird vom „Kleinen König“ und der „Prinzessin“ gehalten, seine Freunde „Grete“, „Wuff“, „Tiger und „Buschel“ finden sich als Federwipptiere wieder. Weiterhin hat der „Kleine König“ ein Himmelbett bekommen, das mit einer Nestschaukel realisiert wurde, in mehrere Kinder gleichzeitig oder auch Behinderte schaukeln können. Es gibt ein Schlosshäuschen, eine Wippe, einen „Zaunkönig“ zum Durchgucken, zwei Sprechtrichter zum sich-miteinander-unterhalten quer über den Spielplatz und natürlich eine königliche Sandbackmauer mit integrierter Murmelbahn und einem Schlossturm, aus dem die Murmeln wieder herausrollen. Von einem Thronhügel aus überblicken die Kleinkinder ihr Königreich. Der Sitzplatz an der Sandbackmauer entwickelt sich zum Treffpunkt für die Eltern, Großeltern, BetreuerInnen und andere großgewordenen Königen und Prinzessinnen. Denn dort genießt man es, auf dem königlichen Sofa oder den Königs-und Prinzessinnen-Thronen zu sitzen.

In der weiteren Planungsphase wollten viele weitere Punkte beachtet werden. Die nackte neue Betonmauer zur Bahntrasse und zum Nachbargrundstück sollte schöner werden, damit die kleinen Kinder nicht nur eine graue Wand vor der Nase haben. Also wurde geplant, mit Hilfe eines Fassadengestalters den Schlossgarten des „Kleinen Königs“ aufzumalen. Das neue Geländer auf der nach denkmalschützerischen Vorgaben restaurierten historischen Mauer hatte Abstützungsstreben, die genau in den künftigen Wegebereich ragten. Hier wurden kleine Geländerfiguren geplant, die vor den Kanten der Streben schützen sollen und zugleich alle Spielplatzbesucher als erstes begrüßen. Dort finden sich alle Figuren aus den Geschichten des „Kleinen Königs“ wieder.

 


 

 

Der Spielplatzbau beginnt

Der Bauplan für den SpielplatzDie Baukosten einschließlich der Restaurierung der historischen Mauer beliefen sich auf rund 184.500,-€. Die Spielgeräte und Figuren wurden von derDer Bauplan für den Spielplatz Brandenburgischen Firma SIK-Holz GmbH produziert, die Landschaftsbauarbeiten von der Berliner Firma Flöter & Uszkureit ausgeführt und die Betonmauern von der auf Illusionsmalerei spezialisierte Potsdamer Firma Art-EFX GmbH gestaltet.

Mit den Vorarbeiten wurde bereits 2005 begonnen, der eigentliche Spielplatzbau begann aber im November 2007. Aufgrund des milden Wetters konnte im Winter durchgearbeitet werden, so dass der Spielplatz im April 2008 fertig gestellt wurde und eröffnet werden konnte.

Das Gelände vor Baubeginn

Die Reaktionen von Kindern, Eltern und Anwohnern während der Bauarbeiten waren zum größten Teil positiv. Viele Eltern blieben mit ihren Kindern am Spielplatz stehen und guckten neugierig durch den Zaun, ob man schon etwas sehen kann. Die umliegenden Kindergärten und -läden freuten sich über die Einladung zur Eröffnungsfeier und dass es bald einen neuen Spielplatz in der Nähe gab. Viele Anwohner haben bereits den Bauarbeitern beim Bau des Spielplatzes erzählt, dass sie sich über den Spielplatz freuen. So bekam der Spielplatz gleich zu Beginn viel Zuspruch, denn als erstes wurde die bunte Sandbackmauer mit Türmchen gebaut und das kunterbunte Wegepflaster verlegt und sorgte für viel Begeisterung.

Bauarbeiten auf dem Spielplatz und Auspacken der Figuren

 

An dem Tag, als die Figuren angeliefert wurden und der „Kleine König“ gerade vom Bagger auf den Spielplatz gefahren wurde, stieg auf dem S-Bahnhof eine Schulklasse aus und ein Junge rief begeistert quer über den Bahnhof „Da ist ja der Kleine König!“. Somit war auch die Frage geklärt, ob denn der Kleine König erkannt wird.

Natürlich gab es auch die eine oder andere Kritik, solche Projekte werden immer geteilte Meinungen hervorrufen. Ein Anwohner tat seinen Unmut auf dem Bauschild kund, dass er die Belastung durch den S-Bahn-und Autobahnlärm sowie den Feinstaub für die Kinder unzumutbar halte. Jedoch sind

 Kinderspielplätze dringend nötig, aber freier Platz in der Innenstadt rar. Und die meisten Kinder, die dort spielen, wohnen auch dort und haben die genannten Problempunkte tagtäglich vor der Haustür. Ein Anwohner war ein wenig verwundert, dass dafür Gelder übrig seien in Zeiten, wo in Berlin vieles verkommt. Aber er konnte in einem netten Gespräch von der Notwendigkeit dieses Spielplatzes überzeugt werden.

 

 

 


 

 

Der Spielplatz wird bemalt

 

Die Kinder aus der Umgebung und auch die Anwohner freuten sich über den Spielplatz, der gegenüber der vorherigen Brache eine große Bereicherung des Kiezes darstellt. Und die Kinder sehnten sich danach, endlich auf dem Spielplatz spielen zu dürfen und fragten oft während der Bauzeit nach, wann der Spielplatz denn nun endlich fertig sei.

Die Bauzeit erschien wirklich lang für so eine kleine Fläche. Jedoch gerade das war das Schwierige beim Bau, es war eine logistische Herausforderung, auf 300 m² alles koordiniert unter einen Hut zu bringen, zumal die Zufahrt auch noch an der schmalsten Stelle der Baustelle lag. Gleichzeitig bauende Firmen teilten sich den Bagger, weil kein zweites Großgerät Platz hatte. Es gab keinen Platz für Lagerflächen, es musste immer in kleinen Mengen angeliefert werden und Abfuhren sofort organisiert werden.

Nach Aufstellung der Figuren wurden die Hauptprotagonisten der Kleine König, die Prinzessin und das Pferd Grete verhüllt, um sie zum einen Silvester vor eventuellen Knallkörpern zu schützen, aber auch um Begehrlichkeiten, schon auf der Baustelle spielen zu wollen, möglichst gering zu halten. Natürlich erhöhte das auch die Spannung bei den Kindern, was denn nun so alles entsteht auf dem Spielplatz. Und ein wenig erinnerten die verhüllten Figuren an Christo.

Ganz am Ende der Bauarbeiten, kurz vor der Eröffnung, konnte endlich der langersehnte Schlossgarten auf die grauen Betonwände aufgemalt werden. Alle bangten schon, ob es denn pünktlich zur Eröffnung fertig werden würde, weil das Wetter wochenlang nicht mitspielte. Die Fassadenkünstler von Art-EFX, viele haben schon deren Kunstwerke auf diversen Trafohäuschen im Berliner Umland gesehen, brauchten mindestens 5°C und vor allem trockenes Wetter. Und so gestalteten zwei Mitarbeiter der Firma auf einem sonnigen Sonntag in knappen 10 Stunden den kompletten Schlossgarten inklusive Schloss und Schlossturm und vielen Blumen auf der Wiese.

Während der Bauzeit gab es viel Unterstützung von allen Seiten, das gegenüberliegende Restaurant Bohles war oft Ort von Baubesprechungen und passte Silvester besonders auf den Spielplatz auf. Der Betreiber der alten Bahnhofshalle, Herr Witte, bot für die Eröffnung Unterstützung an.

 


 

 

 

Die langersehnte Eröffnung

Der Spielplatz wird eröffnet

 

Pünktlich zum 10. Geburtstag des „Kleinen Königs“ im Frühjahr wurde der Spielplatz im April vom Bezirksstadtrat Oliver Schworck eröffnet, der sichtlich seinen Spaß dabei hatte. Nach seiner Eröffnungsrede gab er zusammen mit Andreas und Hedwig Munck den Spielplatz frei. Trotz strömenden Regens fanden sich einige tapfere Kindergartengruppen ein. Mit Regenstiefeln, Der Spielplatz wird eröffnetRegenjacke und Kapuze wurden der Spielplatz erkundet und die Spielgeräte getestet. Sogar die Rutsche wurde irgendwann ausprobiert. Die Erwachsenen dagegen standen vorzugsweise mit Regenschirm dabei und freuten sich über den Spaß der Kinder. So schien es, dass alle trotz des Regenwetters mit Guter Laune dabei waren. Einen besonderen Spaß hatte Herr König, der Kontaktbereichsbeamte für den Bereich. Er dürfte sogar den Thronhügel besteigen, und so manches Kind ließ sich gern mit dem netten Polizisten fotografieren. Herr König versprach, auf den Spielplatz einen besonderen Blick zu werfen, dass dort kein Unsinn betrieben wird. Sogar das Ordnungsamt schaute noch vorbei und begutachtete den Spielplatz. Auch diese netten Damen und Herren wollen ganz besonders auf den Spielplatz aufpassen. Aber wahrscheinlich ist es einer der am besten behüteten Spielplätze im Bezirk. Nicht nur, dass er perfekt vom S-Bahnsteig einsehbar ist, auch viele Anwohner haben eine Auge drauf und passen mit auf.

Alle Fotos: Sandra Freidank; die Schwarzweißfotos aus den späten 50er-Jahren stammen von Contius. Auf dem Foto von der Eröffnung des Spielplatzes sind Stadtrat Oliver Schworck und Andreas und Hedwig Munck zu sehen.

 

www.derkleinekoenig.de

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