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Leseprobe: "Friedenau erzählt..."

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Der Sportpark Friedenau

Nachdem es den Friedenauern mithilfe des Reichskanzlers Fürst Bismarck 1885 gelungen war, die Errichtung einer großen Gasanstalt auf dem noch unbebauten Gelände zwischen Kaiserallee, Handjerystraße und den Gleisen der Ringbahn im Nordwesten Friedenaus zu verhindern, lag das Gelände für ein Jahrzehnt brach.

Der Sportpark war ein Begriff weit über die Ortsgrenzen Friedenaus hinweg. Die Anlage wurde zu Beginn des Jahres 1896 angelegt und konnte schon im Sommer des gleichen Jahres in Betrieb genommen werden. Eine Rennbahn war die Hauptattraktion, die erste dieser Art in Berlin und Umgebung. International beachtete Radrennen wie "Der große Preis von Deutschland" oder das "Goldene Rad von Friedenau" wurden dort im Sommer veranstaltet. In den Wintermonaten gab es im Oval der Rennbahn eine Eisbahn.

Portraitfoto von Georg Hermann"Da waren hinter dem Platz die roten Bogen der Ringbahn, und von fern dröhnte es schon von der Friedenauer Radrennbahn herüber. Gerade hatte Robl das "Goldene Rad von Friedenau" vor ein paar Tagen gewonnen, und die ganze Gegend war deshalb noch voll Aufregung, stand unter dem Zeichen der Renfahrer. Die Beamten an der Sperre der Ringbahn hatten noch verbundene Finger, weil sie Blutblasen von dem Knipsen bekommen hatten. Heute trainierte man nur. Aber trotzdem waren die Menschen hingeströmt und brüllten ermunternd im Takt den Fahrern ihr "Feste, Willem! Treten, Müller" zu, so dass man es straßenweit hörte." 

 

Georg Hermann, "Der kleine Gast", 1925

 

Das Portraitfoto von Georg Hermann wurde uns freundlicherweise von der edition Friedenauer Brücke und Herrn George Rothschild zur Verfügung gestellt. Der Ausschnitt aus der "Karte vom Weichbilde Berlins" stammt aus dem Buch "Friedenau erzählt...".

 

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