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Wunschkarten am Weihnachtsbaum auf dem Breslauer Platz

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2010

Ganz viele Engel...


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...hingen in der Advents- und Weihnachtszeit 2010 am Weihnachtsbaum auf dem Breslauer Platz. Haben Sie sie gesehen? Liebevoll und phantasiereich hatten Schüler der Fläming-Grundschule von der ersten bis zur sechsten Klasse ihre Engelkarte gestaltet, sodass über 500 Engelbilder den Baum schmückten.

Nachdem wir in den letzten beiden Jahren den Baum mit Wunschkarten geschmückt hatten, schlugen wir in diesem Jahr unseren Schülern das Thema „Engelkarten“ vor.  Wir, das sind die Lehrerinnen des Religions- und Lebenskundeunterrichts, Frau Grünbeck, Frau Lauerwald, Frau Saße und Frau Schütte. Uns kam die Idee, „Engelkarten“ herzustellen, weil der Markt, der jährlich am zweiten Advent rund um den Weihnachtsbaum stattfindet, „Engelmarkt“ heißt.

Erst- bis Sechstklässler fanden die Idee „cool“ und entschieden, ob sie selber einen Engel malen oder eine der zahlreichen Kopiervorlagen ausmalen wollten. Während des Malens erzählten die Schüler von ihrem persönlichen Engel, den sie seit ihrer Geburt als Kuschelengel haben; von  ihrem verstorbenen Opa, der als Engel da ist, wenn sie auf dem Klavier üben; von dem Engel, der ihnen Mut zuspricht, wenn sie ängstlich sind oder von einem Engel, der sie beschützt hat, als sie sich einmal in einer brenzlichen Situation befanden. Eine Fünftklässlerin äußerte ein wenig besorgt: „Ich kann mir einen Engel mit Flügeln nicht vorstellen. Was soll ich nur malen?“ Otto Wiemers Gedicht „Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel“, half ihr und ein wunderschöner Engelanhänger entstand. Die Rückseite ihres Engelanhängers nutzen viele Schüler, um einen kleinen Text zu schreiben, so bekamen die Engel Namen und sprachen zahlreiche Wünsche aus.

Eines Tages beobachtete Frau Saße, während sie auf dem Markt einkaufte, eine Frau mit einem Rollator, die interessiert viele Engelgrüße las. Zum Schluss hielt sie sich die alte Dame mit einer Hand an ihrem Rollator fest, mit der anderen machte sie mühevoll einen Engel ab. Nach 20 Minuten hatte sie es geschafft, legte ihren Engel oben in die Ablage des Rollators und nahm ihn mit nach Hause. Vielleicht war es ihr Weihnachten, ihr Weihnachtsgeschenk. Wir Lehrerinnen haben diese Geschichte den Schülern erzählt. Wir finden, sie können ein wenig stolz sein, dass sie mit ihren Anhängern anderen Menschen eine Freude bereitet haben, in dem Moment selber zu einem Engel wurden.

Als wir in der ersten Januarwoche den Baum abschmückten, freuten wir uns, dass nach so langer Zeit die meisten Engelanhänger unversehrt am Baum hingen und sich zu unseren Engel-Karten noch weitere Wunschanhänger gesellt hatten. Wünsche in anderen Sprachen, Wünsche, die uns sehr gerührt haben. Dieser Baum ist zu einem gemeinsamen Weihnachtsbaum in Friedenau geworden.

Zum Schluss möchten wir uns bei den Friedenauer Bürgern bedanken, dass sie so sorgsam mit unseren Engelkarten umgegangen sind. Immer wieder haben Menschen herabgefallene Karten neu angehängt, insbesondere die Markthändler, denen unser besonderer Dank gilt.