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Friedenau-Beiträge

Chronologie der Anschläge auf Stolpersteine ...

 

... in Friedenau

Zusammengefasst von Petra T. Fritsche, Stadtführerin und Mitglied der Initiative Stolpersteine Stierstraße e.V., ergänzt von der Redaktion:

 

10-09-14 Infokasten Stierstr

Bedrohungen, Schändungen von Stolpersteinen und Beschädigungen der Info-Tafel 2011 bis 2015

 

  • 23. November 2011: Die Stolperstein-Info-Tafel in der Stierstraße wurde so schwer beschädigt, dass stattdessen der Info-Kasten installiert wurde.
  • Nacht zum 29. März. 2013 (Am 28. waren 10 Stolpersteine und die Stolperschwelle in Stier- und Fregestraße verlegt worden.): Stolpersteine in der Stierstraße wurden mit schwarzer Farbe besprüht.
  • Nacht zum 30. März 2013: Das Gleiche wie in der vorherigen Nacht
  • 6. Mai 2013: Steine in Frege- und Stierstraße und Umgebung wurden mit Lack akkurat lackiert - offensichtlich mit einer Schablone.
  • Nacht zu Montag, 13. Mai 2013: Beschmierte Wohnungstür von Petra Fritsche („Vorsicht! Judenfreundin”) und Sprengung ihres Briefkastens.
  • Nacht zum 29. November 2013: Einige der Steine, die wir in Dickhardtstraße und Umgebung geputzt hatten, weil am 29. Nov. 13 Steine verlegt wurden, waren wieder geschwärzt worden.
  • Nacht zum 12. März 2014: Die Einladungen zur Stolpersteinverlegung in der Fregestraße wurden alle abgerissen und zusammen mit einem Drohbrief in den Briefkasten von Petra T. Fritsche geworfen.
  • Nacht zum 10.09.2014: Die Glasscheibe des Infokastens in der Stierstraße wurde zerstört (siehe Foto).
  • Nacht zum 26.04.2015: Die Glasscheibe des Infokastens in der Stierstraße wurde erneut beschädigt, vermutlich mit einem Pflasterstein.

 

Lesen Sie auch:

 

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Friedenau-Beiträge

 

 

  • In Friedenau wurden und werden viele Stolpersteine zum Gedenken an die in der Zeit des Nationalsozialismus deportierten und ermordeten Mitbürger verlegt. Leider gefällt das nicht allen in diesem sonst so beschaulichen Ortsteil und so gibt es mittlerweile leider eine regelrechte Chronik von Anschlägen auf Mitglieder der Initiative Stolpersteine und auf die Gedenksteine selbst. Hier erfahren Sie mehr...
  • Wunschkarten am Weihnachtsbaum auf dem Breslauer Platz: Seit 2005 gibt es jedes Jahr einen Weihnachtsbaum auf dem Breslauer Platz, seit 2008 wird der untere Bereich des Baumes mit Wunschkarten geschmückt, die (nicht nur...) von Schülern der Fläming-Grundschule gestaltet werden. Hier erfahren Sie, was es damit auf sich hat.
  • Rosen für Friedenau - Bürgerbeteiligung am Breslauer Platz: Im Frühjahr 2012 haben wir auf dem Mittelstreifen am Breslauer Platz an der Bürgerlinde Rosenstöcke gepflanzt, dieses Jahr kommen neue Pflanzen auf dem Mittelstreifen dazu. Lesen Sie Ottmar Fischers (BI Breslauer Platz) Gedanken zum Thema Bürgerbeteiligung.

 

Mehr Beiträge über Friedenau:

Friedenau-Literatur

Hier finden Sie einige Beispiele aus dem mittlerweile reichhaltigen Katalog an Friedenau-Literatur. Der 2006 gegründete Verlag edition Friedenauer Brücke bietet ein interessantes Portfolio aus Lesebüchern und Bildbänden, die sich - nicht nur - mit der Geschichte Friedenaus befassen. Auch der Frieling-Verlag mit Sitz in den Goerz Höfen in der Rheinstraße hat Bücher über Friedenau im Programm. Die Bücher können Sie in Friedenauer Buchhandlungen, bei Hugendubel in der Steglitzer Schlossstraße oder direkt bei den Verlagen erwerben.

 

Friedenau-Bücher des Verlags edition Friedenauer Brücke

 

Das Cover zu Berlin Friedenau 1933 - 1945 - ein Lesebuch

"Berlin Friedenau 1933 - 1945 - ein Lesebuch"

Das Friedenau-Buch des Verlags edition Friedenauer Brücke beleuchtet die schwierige Zeit der Jahre 1933 - '45. Herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Hermann Ebling und Evelyn Weissberg und mit einem Vorwort von Dr. Hans-Rainer Sandvoß, stellvertretender Leiter Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Format 13 x 17 cm, 384 Seiten, gebunden, mit Lesebändchen, ISBN: 978-3-9811242-6-2, 29,00 Euro. Mehr Friedenau-Literatur aus dem Verlag edition Friedenauer Brücke finden Sie hier...

 

 

 Friedenau-Bücher des Frieling-Verlages

Das Cover des Friedenau-Buchs von Gudrun Blankenburg, Friedenau - Künstlerort und Wohnidyll

 

Gudrun Blankenburg: "Friedenau - Künstlerort und Wohnidyll. Die Geschichte eines Berliner Stadtteils"

Frieling Verlag Berlin, 3. überarb. Aufl. 2011, 144 Seiten mit zahlreichen farbigen und s/w Abbildungen, Broschur mit Fadenheftung, 19,90.- Euro, ISBN 978-3-8280-2925-5

Mehr zum Buch und zur Autorin erfahren Sie hier...

 

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Wunschkarten am Weihnachtsbaum auf dem Breslauer Platz

 

 

Der Weihnachtsbaum des Jahres 2013 auf dem Breslauer Platz

 

Seit 2005 ...    

... organisieren wir den von Geschäftsleuten und Anwohnern gespendeten Weihnachtsbaum auf dem Breslauer Platz - und seit 2008 wird der Baum im unteren Bereich mit Wunschkarten von Friedenauer Schülern geschmückt (Foto links: der Baum 2013). Wie es dazu kam? Ein Baum im öffentlichen Raum kann nicht bis zum Boden mit Kugeln geschmückt werden. Was hübsch anzusehen wäre, lockt leider auch Diebe, so tatsächlich geschehen im Januar 2011, als der Baum abgeschmückt werden sollte: Nachdem die Kinder ihre Wunschkarten abgenommen hatten, nahm jemand die "Gelegenheit" wahr und stahl Kugeln - in dieser Saison eben etwas zu tief gehängt - im Wert von gut 500.- Euro.

Damit der Baum trotzdem vollständig geschmückt werden kann, kam Magrit Knapp auf die Idee, Kinder Karten mit ihren Wünschen gestalten zu lassen. Sie wandte sich an die Fläming-Grundschule: Dort war man von dieser Idee angetan und setzte sie sogleich in die Tat um. Seit nunmehr fünf Jahren sind die Schüler mit Begeisterung dabei - einige seit der ersten Klasse - und gestalten die Karten für den Weihnachtsbaum. Unterstützt von den Religionslehrerinnen Monika Saße und Elke Grünbeck entstehen die Karten jedes Jahr zu einem besonderen Thema: Wünsche für Friedenau, Engelwünsche, Wünsche für die Welt u.vm.

Seit 2012 dekorieren wir den Baum im mittleren Bereich zusätzlich mit Anhängern in Form einer Christbaumkugel, auf denen Sie die Namen der Spender lesen können. Außerdem hängt auch der eine oder andere Passant seine eigenen Wünsche mit dazu - und stets kann man Menschen dabei beobachten, die kurz innehalten und den Baum umrunden, um die Wunschkarten zu lesen. Fotos von einigen Wunschkarten finden Sie in der Friedenau-Galerie.

Zu den Karten gibt es immer auch interessante Geschichten, einige davon haben Elke Grünbeck und Monika Saße in den vergangenen Jahren für uns aufgeschrieben - hier können Sie sie nachlesen (weiter auf Seite 2):

 


 

 

2012

Wünsche und Weisheiten am Weihnachtbaum auf dem Breslauer Platz


Flaeming WB 12

Was hatte es mit den Wunschkarten am Weihnachtsbaum 2012 auf dem Breslauer Platz auf sich?

Auch 2012 haben sich die Schüler und Schülerinnen der Fläming-Schule wieder ans Werk gemacht. Ab Mitte November wurden im Religions- und Lebenskundeunterricht  die Karten für den Weihnachtsbaum hergestellt. Die Schüler freuten sich auf diese Aufgabe, weil sie stolz sind, dass ihre Karten den Baum schmücken.

Sie malten aus oder überlegten sich eigene Motive. Sie schrieben Wünsche auf, die ihnen am Herzen liegen. Gingen nur einige davon in Erfüllung, würde es in der (Friedenauer) Welt ein wenig besser zugehen. Einen Einblick in Inhalte des Religionsunterrichts geben die Karten der Fünft- und Sechstklässler. Die „Großen“ wählten Weisheiten aus. Sie lasen und diskutierten Zitate von Menschen, mit denen sie sich im Unterricht beschäftigt hatten, und setzten sich mit biblischen Sprüchen auseinander. Weisheiten von Albert Schweitzer, M.L. King, Gandhi, Helen Keller, Mutter Teresa und Franz von Assisi wurden aufgeschrieben und gestaltet.

Natürlich gab es auch kleinere „Katastrophen“. Plötzlich war die noch nicht fertig gestellte Karte nicht mehr auffindbar. Ein anderes Mal war die Wunschkarte schon laminiert, aber die Schülerin war ganz betrübt, weil sie vergessen hatte, ihren Wunsch aufzuschreiben. Gar seltsam war es, dass auf einigen Karten nach dem Laminieren das Geschriebene nicht mehr lesbar war – das lag an den momentan angesagten Tintenrollern.

Als dann endlich alle Karten fertig waren, konnte der Baum von Fünft- und Drittklässlern geschmückt werden. Noch während des Schmückens beobachteten die Kinder, wie Friedenauer Bürger am Baum verweilten, lasen, schmunzelten, bewunderten -  sich freuten. Ein paar Tage später, so berichtete eine Kollegin, las ein Vater seiner kleinen Tochter zwei Karten vor. Er musste versprechen, dies am nächsten Tag wieder zu tun. Bevor sich Vater, Mutter und Tochter entfernten, sangen sie gemeinsam unter dem Weihnachtsbaum „Feliz Navidad“.

Vielleicht versuchen Sie es auch einmal! Es darf auch ruhig ein Lied in einer anderen Sprache sein.

 


 

 

2010

Ganz viele Engel...


WBaum 10 Flaem-EngelK

...hingen in der Advents- und Weihnachtszeit 2010 am Weihnachtsbaum auf dem Breslauer Platz. Haben Sie sie gesehen? Liebevoll und phantasiereich hatten Schüler der Fläming-Grundschule von der ersten bis zur sechsten Klasse ihre Engelkarte gestaltet, sodass über 500 Engelbilder den Baum schmückten.

Nachdem wir in den letzten beiden Jahren den Baum mit Wunschkarten geschmückt hatten, schlugen wir in diesem Jahr unseren Schülern das Thema „Engelkarten“ vor.  Wir, das sind die Lehrerinnen des Religions- und Lebenskundeunterrichts, Frau Grünbeck, Frau Lauerwald, Frau Saße und Frau Schütte. Uns kam die Idee, „Engelkarten“ herzustellen, weil der Markt, der jährlich am zweiten Advent rund um den Weihnachtsbaum stattfindet, „Engelmarkt“ heißt.

Erst- bis Sechstklässler fanden die Idee „cool“ und entschieden, ob sie selber einen Engel malen oder eine der zahlreichen Kopiervorlagen ausmalen wollten. Während des Malens erzählten die Schüler von ihrem persönlichen Engel, den sie seit ihrer Geburt als Kuschelengel haben; von  ihrem verstorbenen Opa, der als Engel da ist, wenn sie auf dem Klavier üben; von dem Engel, der ihnen Mut zuspricht, wenn sie ängstlich sind oder von einem Engel, der sie beschützt hat, als sie sich einmal in einer brenzlichen Situation befanden. Eine Fünftklässlerin äußerte ein wenig besorgt: „Ich kann mir einen Engel mit Flügeln nicht vorstellen. Was soll ich nur malen?“ Otto Wiemers Gedicht „Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel“, half ihr und ein wunderschöner Engelanhänger entstand. Die Rückseite ihres Engelanhängers nutzen viele Schüler, um einen kleinen Text zu schreiben, so bekamen die Engel Namen und sprachen zahlreiche Wünsche aus.

Eines Tages beobachtete Frau Saße, während sie auf dem Markt einkaufte, eine Frau mit einem Rollator, die interessiert viele Engelgrüße las. Zum Schluss hielt sie sich die alte Dame mit einer Hand an ihrem Rollator fest, mit der anderen machte sie mühevoll einen Engel ab. Nach 20 Minuten hatte sie es geschafft, legte ihren Engel oben in die Ablage des Rollators und nahm ihn mit nach Hause. Vielleicht war es ihr Weihnachten, ihr Weihnachtsgeschenk. Wir Lehrerinnen haben diese Geschichte den Schülern erzählt. Wir finden, sie können ein wenig stolz sein, dass sie mit ihren Anhängern anderen Menschen eine Freude bereitet haben, in dem Moment selber zu einem Engel wurden.

Als wir in der ersten Januarwoche den Baum abschmückten, freuten wir uns, dass nach so langer Zeit die meisten Engelanhänger unversehrt am Baum hingen und sich zu unseren Engel-Karten noch weitere Wunschanhänger gesellt hatten. Wünsche in anderen Sprachen, Wünsche, die uns sehr gerührt haben. Dieser Baum ist zu einem gemeinsamen Weihnachtsbaum in Friedenau geworden.

Zum Schluss möchten wir uns bei den Friedenauer Bürgern bedanken, dass sie so sorgsam mit unseren Engelkarten umgegangen sind. Immer wieder haben Menschen herabgefallene Karten neu angehängt, insbesondere die Markthändler, denen unser besonderer Dank gilt.

 


 

 

2008

Was hat die Fläming-Schule mit einem Weihnachtsbaum zu tun?

WBaum Schueler 2

 

Seit dem 28.11.2008 steht ein imposanter Weihnachtsbaum auf dem Breslauer Platz, geschmückt mit großen silber- und terracottafarbigen Kugeln.  Bei genauem Hinschauen stellte man jedoch fest, dass doch noch etwas fehlte. Warum hing an den unteren Zweigen kein Baumschmuck, waren sie schlicht weg vergessen worden? Nein!

Die Fläming-Grundschule hatte die Bitte erreicht, Baumschmuck für genau diese Zweige herzustellen. Spontan beschlossen die drei Religionslehrerinnen (Frau Grünbeck, Frau Sasse, Frau Schütte) und die Lebenskundelehrerin (Frau Weymar), diese Aufgabe mit einigen ihrer Klassen zu übernehmen.

Die Schüler sollten Wünsche aufschreiben, die an den Weihnachtsbaum gehängt werden. Wünsche für Friedenau, Berlin, Deutschland oder die Welt. Erstaunt schauten manche Schüler im ersten Moment und dem einen oder anderen ging durch den Kopf, dass er viel lieber seinen persönlichen Wunschzettel aufgeschrieben hätte.

Nachdem die Aufgabe noch einmal erklärt wurde, wurden Ideen gesammelt, von Kindern aus zweiten Klassen, des Schreibens gerade mächtig, bis hin zu Sechstklässlern. „Ich wünsche mir weniger Hundekacke, mehr Spielplätze, eine Skaterbahn“ bis hin zu den Wünschen nach „mehr Gerechtigkeit in der Welt, ein freundlicheres miteinander Umgehen, Abschaffung der Todesstrafe“  - alles durfte aufgeschrieben werden. Begeistert machten sich die Schüler ans Werk. Schrieben ihren Wunsch auf ein postkartengroßes Blatt Papier, malten oder verzierten es anschließend, da es schön aussehen sollte.WBaum Fl 3-4

Bedenken, dass der Regen oder Schnee alles verwischen würde, konnten aus dem Weg geräumt werden. Frau Knapp (von der AG Friedenau leuchtet, Anm. d.Red.)stellte uns Laminierfolie zur Verfügung, so dass jeder Wunsch wetterbeständig eingeschweißt werden konnte. Über 300 Bänder mussten noch angebracht werden, dann konnten Schüler der Fläming-Schule ihre Wünsche an den Baum hängen.

Noch schöner ist er geworden. Menschen bleiben stehen und lesen, schmunzeln vielleicht auch das eine oder andere Mal, sind erfreut.  So klingen Kinderwünsche. Die Schüler selber sind stolz, wenn sie ihren Wunschzettel oder den eines Mitschülers gefunden haben, erzählen davon begeistert im Unterricht.

 

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