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Schulpatenschaft der Friedrich-Bergius-Oberschule für zwei Stolpersteine

 

 

 

 

Die Friedrich-Bergius-Oberschule hat die Patenschaft für zwei Stolpersteine in der Friedenauer Stierstraße 16 übernommen. Der folgende Bericht über die Entstehung der Patenschaft und die feierliche Einweihung der Stolpersteine am 8. Juli 2008 wurde von Susanne Streese (Fachkonferenzleiterin Geschichte der Friedrich-Bergius-Oberschule) verfasst und uns freundlicherweise vom Direktor der Friedrich-Bergius-Schule, Herrn Rudolph, zur Veröffentlichung auf dieser Webseite zur Verfügung gestellt:

Unsere Schulpatenschaft für zwei Stolpersteine

 

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Im Mai 2007 lag in der Schulpost eine Einladung der Initiativgruppe Stolpersteine Stierstraße in Berlin- Friedenau für eine Festveranstaltung. Am 5. Juli 2007 sollte diese Festveranstaltung im Gemeindesaal der evangelischen Philippusgemeinde in der Stierstraße 17-19 zum Gedenken an das Schicksal ehemaliger jüdischer Nachbarn aus der Stierstraße stattfinden.

Da ich die Arbeit des Kölner Bildhauers Gunter Demnig kannte, wollte ich die Verbindung zu der Initiativgruppe aufnehmen. Es bot sich die Möglichkeit, Unterricht konkret an Geschehnissen in unmittelbarer Schulnähe zu orientieren und Ereignisse kennen zu lernen, die im Lebens- und Erfahrungsbereich unserer Schüler stehen. Außerdem würden wir als Schule uns dem Stolperstein-Gedenkprogramm anschließen können.


 


 

 

Schulleitung, Kollegium und die Schülervertretungen stimmten dem  Projektvorhaben zu. Bereits zu diesem Zeitpunkt waren die Schüler der Klasse 9a mit ihrer Klassenlehrerin Frau Paul bereit, einen Stolperstein allein als Klasse zu finanzieren und die Patenschaft zu übernehmen. Da wir aber eine Schulpatenschaft anstrebten, begannen Frau Schrader und ich mit der Arbeit.
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Wir nahmen stellvertretend an der Festveranstaltung teil und boten an, eine Schulpatenschaft über Stolpersteine in der Stierstraße zu übernehmen. Dies wurde mit Freude begrüßt und wir wurden zu den Zusammenkünften der Initiativgruppe eingeladen und über alle Aktivitäten und Vorhaben informiert. Eine gute Zusammenarbeit half uns herauszufinden, wie wir uns als Schule einbringen können.  

Im Februar 2008 hatte die Initiativgruppe die Forschungsarbeit für die Gedenksteine für Gertrud und Franz Pniower aus der Stierstraße 16 abgeschlossen und übergab das Weitere in unsere Verantwortung.

Da ich Klassenlehrerin einer 8. Klasse war, wollte ich mit meinen Schülern die Übernahme der Patenschaft vorbereiten. So beschäftigten sich die Schüler mit dem Schicksal der jüdischen Berliner in nationalsozialistischer Zeit bei einem Besuch der Grunewald- Rampe im November 2007.  

 


 

 


Nun begannen die Schüler, sich mit dem Stolpersteinprojekt des Künstlers Gunter Demnig  sowie der Biografie des Ehepaares Pniower vertraut zu machen.
Im April 2008 besichtigten wir den Zug der Erinnerung, der auch am S- Bahnhof Grunewald für einige Tage hielt.


Im Mai 2008 wurde meine Klasse von Frau Schmidt und Frau Haberer, Mitgliedern der Initiativgruppe Stolpersteine, zu einem Gespräch in die Räume der Philippusgemeinde eingeladen.

Dann übernahm die 8c die Vorbereitung eines Teils der Gedenkfeier, erarbeitete einen Patenbrief und initiierte die Information aller Schüler sowie eine schulweite Spendensammlung.
Der Schulchor unter Leitung von Frau Lotzenburger übte für die Gedenkveranstaltung geeignete Lieder.
Die Klasse 9a unter der Leitung von Frau Paul half beim Verteilen der Einladungen im Wohngebiet rund um die Stierstraße.

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In der Woche vom 16.06. bis zum  20.06.2008  spendeten 181 Schüler 138, 81 Euro. Unser Motto für die Schüler war: Wenn jeder 0,30 Euro spendet, haben wir das Geld beisammen.

Alle Lehrer beteiligten sich an der Spendensammlung mit 95,00 Euro.

Nachdem der Betrag von 190,00 Euro überwiesen war, blieb sogar noch Geld für die Pflege der Stolpersteine, welches der Förderverein verwaltet.

Am 7. Juli 2008 verlegte der Künstler Gunter Demnig die Stolpersteine für das Ehepaar Pniower. Bei der Einweihung der Stolpersteine am 8. Juli 2008 betonte unser Schulleiter Herr Rudolph, dass die Patenschaft als Tradition zu unserer Arbeit gehören wird. Schüler der 10. Klasse werden alljährlich den Patenbrief erhalten und die neuen Schüler der 7. Klassen informieren sowie für die Pflege der Steine sorgen.


www.friedrich-bergius-schule.de