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Max Frisch - ein Schweizer Dichter in Friedenau

Eingangstür des Hauses Sarrazinstraße 8

 

Ein Beitrag von Eva Liebchen

Foto: Eingangstür des Hauses Sarrazinstraße 8

 

1972 wählte Max Frisch Berlin, das er schon durch mehrere Besuche kannte, zum Hauptwohnsitz. Die Sarrazinstraße 8 in Friedenau wurde die „Zentrale“, um den Berliner Freunden näher zu sein und um sie häufiger treffen zu können, etwa Jurek Becker, Christa Wolf, Günter Kuhnert, Günter Grass, Uwe Johnson. Besonders mit Grass und Johnson verband Frisch über viele Jahre hinweg eine intensive Freundschaft.

Max Frisch, am 15. Mai 1911 in Zürich geboren, begann seine berufliche Karriere als Architekt, aber schon vor Beginn seines Architekturstudiums arbeitete er zeitweilig als freier Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitungen, um dann in den 50er Jahren endgültig als freier Schriftsteller in New York, im Tessin und in Rom tätig zu sein.

Und eben auch in Berlin, wo er mit seiner Frau Marianne, einer Übersetzerin, eine Wohnung in der Friedenauer Sarrazinstrasse 8 mietete. In seiner autobiographischen Erzählung „Montauk“ (1975) berichtet er verschiedentlich über sein Friedenauer Domizil und die Umgebung, z. B. über die Einkäufe auf dem Wochenmarkt vor dem Rathaus. An anderer Stelle schreibt er: „...die Wohnung liegt in der Flugschneise Tempelhof; die Flugzeuge kommen niedrig, sodass es im Hinterhof dröhnt ... dazwischen Stille,  Friedenau ....Genau die Art von Wohnung, die wir in Zürich vergeblich gesucht haben: einfach, aber mit hohen Zimmern. So sind wir denn in Berlin.“ Er lobt die „unvergleichliche Luft der Stadt, in der man wacher ist als anderswo ... Grunewald, Krumme Lanke, Schlachtensee, Wannsee, eine Landschaft, die mich schon heute ... mit sicherem Heimweh erfüllt. Was ist es? Die Kiefern im Sand, der Himmel zwischen den Kiefern, die Luft, die spröde Weite – jedenfalls  fühle ich mich unbändig wohl, man kennt sich selber nicht, oft versteige ich mich zu der fixen Idee, dass ich in dieser Luft ein ganz anderer, ein durchaus fröhlicher und sprühender Kerl geworden wäre.“