Friedenau-Panorama mit dem Friedenau-Netzwerk-Logo

Hans Baluschek - „Rinnsteinkünstler“ und Schöneberger Kunstdeputierter

Ein Beitrag von Eva Liebchen

Foto: Eva Liebchen

Die Gedenktafel für den Maler Hans Baluschek an der Toreinfahrt zu den Ceciliengärten in Friedenau

Die Gedenktafel für den Maler Hans Baluschek an der Toreinfahrt zu den Ceciliengärten in FriedenauHans Baluschek, Maler und Schriftsteller, gehörte 1898 gemeinsam mit Max Liebermann, Käthe Kollwitz, Heinrich Zille u.a. zu den Gründern der „Berliner Secession“, aber für Kaiser Wilhelm II. war es „Rinnsteinkunst“, die er produzierte. Und die KPD verglich seine künstlerische Entwicklung mit der der Sozialdemokratie „von der revolutionären Arbeiterbewegung zum Verrat“. Für sie fehlte dem Künstler, der seine Alltagsbeobachtungen der Arbeiterbewegung in Malerei umsetzte, die Aggressivität des Klassenkampfes.

Als Sohn eines Eisenbahningenieurs 1870 in Breslau geboren, zog es ihn bereits 1890 nach Berlin. Er lebte in Schöneberg, studierte an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste und betrieb nebenbei volkswirtschaftliche und medizinische Studien. 1895 hatte er seine erste Ausstellung als Maler, zwei Jahre später zeigt er erstmals Arbeiten auf der Großen Berliner Kunstausstellung, deren Vorsitzender er 1924 wurde. Seine Werke sind Szenen aus dem Alltag der Berliner. Er stellte das soziale Elend und die Vermassung der Menschen im Industrie- und Vorstadtgebiet dar. Die Technik, vor allem die Eisenbahn, wird zu seinem zweiten Themenkreis.