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Grün und leuchtend: Friedenau

 

Ein Beitrag von Gudrun Blankenburg

Grüne Fotos aus Friedenau: Skulptur auf dem Renee Sintenes Platz und Zaunansicht mit Rose in der Niedstraße

"Grüne" Fotos aus Friedenau: Zaunansicht mit Rose in der Niedstraße und "Grasendes Fohlen" von Renée-Sintenes-Platz auf dem gleichnamigen Platz

 

Vorgartenpracht, Flaniergelüste im Halbschatten der Kastanien, Blumenbüschel auf Balkonen, Terrassen als Refugium: „Friedenau bietet viel“, schreibt Günter Grass 1972 auf seiner Terrasse in der Niedstraße 13. Er besingt den Fliederbaum vor der Haustür und stemmt ein Kantholz unter den gebeugten Mirabellenbaum, damit noch seine Enkelkinder dessen saure Früchte lutschen können.

Gleich nebenan, das Nachbarhaus Niedstraße 14 wird jedes Jahr wieder für eine kurze Woche illuminiert von der explodierenden Blütenfülle einer Magnolie. Nicht nur die ehemaligen Bewohner des Hauses, wie Luise und Karl Kautsky, Karl Schmidt-Rottluff und Uwe Johnson, genossen die vergängliche Schönheit der Blüten. Jeder, der heute vorbeigeht, hält bewundernd inne.

Aus seiner hinteren Gartentür trat Hans Magnus Enzensberger direkt in den verwunschenen Garten der Landhausvilla in der Fregestraße 19. Hortus conclusus inmitten eines Westberlins in den 1970er Jahren, das unter permanenter politischer Höchstspannung klirrte.

In Friedenau kommt keiner an Grün vorbei. Wenn Max Frisch aus der Haustür der Sarrazinstraße 8 trat, hieß ihn nach wenigen Schritten die Fülle alter Parkbäume auf dem Perelsplatz willkommen. Auf den versteckten Ruhebänken wurde der Blick weiter und die Gespräche mit Ingeborg Bachmann und Uwe Johnson gelassener.